Erhöhte Liquidität durch Factoring

1 April 2011 von swoboda Kommentieren »

Immer mehr deutsche Unternehmen erkennen die praktischen Vorteile, die ihnen die Zusammenarbeit mit einem Factoring-Unternehmen bietet: Der Factor kommt für die Außenstände seines Auftraggebers unmittelbar nach Rechnungsstellung auf und fordert anschließend das Geld von den Kunden seines Auftraggebers ein. Factoring verbessert also die Bilanz, so dass mehr investiert werden kann und die Konditionen für Kredite wesentlich günstiger ausfallen.

Natürlich fallen für diese Dienstleistung Kosten an, aber diese sind relativ gering. Die Liquidität eines Unternehmens erhöht sich jedenfalls durch das Beauftragen eines Factors meist um ein Vielfaches, denn welches Unternehmen hat nicht oftmals mit säumigen Rechnungsempfängern zu tun? Factoring lohnt sich in erster Linie für Unternehmen der verarbeitenden Industrie und aus dem dazugehörigen Großhandel.

Factoring ist keine neue Form der wirtschaftlichen Kooperation, die erst im Zusammenhang mit der Industrialisierung entwickelt wurde. Bereits im antiken Königreich der Babylonier und auch bei den großen Handelshäusern des Mittelalters, zum Beispiel dem legendären Imperium von Jacob Fugger, wurde Factoring praktiziert. Im angelsächsischen Wirtschaftsraum, insbesondere den Vereinigten Staaten, ist Factoring bereits seit vielen Jahrzehnten gängige Praxis. Mittlerweile haben sich verschiedene Formen von Factoring entwickelt.

Beim Standard- oder auch Full-Service-Factoring, welches in Deutschland besonders verbreitet ist, übernimmt der Factor auch das Ausfallrisiko (: echtes Factoring) und das Debitorenmanagement inklusive Mahnwesen und Inkasso. Beim unechten Factoring muss der Auftraggeber des Factors im Falle von Zahlungsausfällen die für die jeweiligen Forderungen vom Factor erhaltenen Gelder an diesen zurückzahlen und sich anschließend selbst darum kümmern, seine Forderungen doch noch vom Rechnungsempfänger zu erhalten. Beim offenen Factoring wird der Rechnungsempfänger im Gegensatz zum stillen Factoring darüber informiert, dass nunmehr ein Factor der Zahlungsempfänger ist.

Beim Fälligkeitsfactoring übernimmt der Factor das Debitorenmanagement, zahlt aber erst an seinen Auftraggeber, sobald der Rechnungsempfänger an ihn gezahlt hat. Beim Inhouse- oder Bulk-Factoring übernimmt der Auftraggeber des Factors weiterhin die Debitorenbuchhaltung und das Forderungsmanagement, aber im Falle eines Zahlungsausfalls erhält er den entsprechenden Betrag vom Factor. Factoring wird auch bei Import- und Export-Geschäften sowie bei der Abrechnung mit Lieferanten praktiziert.